16.07.2010 - Ortsverein Bad Laasphe erhält sein Zertifikat
Als erster DRK Ortsverein in Nordrhein-Westfalen hat Bad Laasphe sein Zertifikat für sein Qualitätsmanagementsystem erhalten.
Ein Fahrradfahrer fährt mit hoher Geschwindigkeit über eine Gefällestrecke. Plötzlich taucht vor ihm ein Pkw auf, ein Bremsmanöver funktioniert nicht mehr. Der Radfahrer wird vom Pkw aufgeladen, fliegt durch die Luft und bleibt schwer verletzt auf dem Boden liegen. Nach kurzer Zeit trifft ein Rettungsteam des DRK Bad Laasphe ein. René Achenbach und Fabian Dietrich sollen den Radfahrer versorgen. Jeder der beiden Helfer nimmt Gerätschaften mit aus dem Fahrzeug und platziert sie am Patienten. Einer beginnt sofort mit der ersten Untersuchung, während der zweite seinem Kollegen zuarbeitet. Für den Laien ein ganz normaler Rettungseinsatz, wie er täglich vorkommt. Doch wer sich auskennt, der merkt, dass hier ein großes Maß an Qualität gelebt wird. Der Rucksack wurde beispielsweise so platziert, dass beide Helfer Zugriff auf den Inhalt haben, auch das Beamtungsgerät hat seinen festen Platz am Patienten. Jeder Handlungsablauf, jede Maßnahme ist hier geregelt und schon im Vorfeld klar. Die Einrichtung des Fahrzeugs und des Rucksacks, sowie die Vorgehensweise bei der Untersuchung und Versorgung des Patienten sind genau vorgegeben. Egal, welche DRK-Helfer hier zum Einsatz gekommen wären, sie hätten den Einsatz alle gleich bearbeitet.
Dafür wurde der DRK Ortsverein Bad Laasphe am Freitagabend zertifiziert. Der DRK Ortsverein aus Bad Laasphe ist der erste in ganz Nordrhein-Westfalen, der sich für Qualitätsmanagement im Ehrenamt zertifizieren lies. „Sie haben eine Vorreiterrolle. Herzlichen Dank für die Offenheit gegenüber dem Neuen“, wandte sich Landrat Paul Breuer als Kreisvorsitzender des DRK in Siegen-Wittgenstein an seine Kameraden. Breuer machte deutlich, dass es eine große Ehre sei, dass der Bad Laaspher Ortsverein hier an vorderster Stelle stehe.
Bis zu diesem Tag, an dem die Zertifizierung erfolgt sei, sei es ein weiter Weg gewesen, erklärte Marco Klein, Rotkreuzleiter in Bad Laasphe. So habe man Checklisten erstellen müssen, mit denen beispielsweise jede Besatzung vor Dienstantritt das Rettungsfahrzeug überprüfen könne. Auch die Durchführung und die Planung von Sanitätswachdiensten seien genau standardisiert, berichtete Klein. Im Frühjahr habe dann eine rund dreieinhalbstündige Überprüfung der Qualitätssicherung durch eine Kommission des DRK Landesverbandes stattgefunden. Dass diese Zertifizierung möglich sei, sei vor allem allen Kameradinnen und Kameraden zu verdanken, die dieses System von Anfang an „gelebt haben“, lobte Marco Klein. Einen besonderen Dank richtete er in diesem Zusammenhang an die so genannte EQ-Projektgruppe des Ortsvereins, um Marco Scheffel, Marco Klein und Fabian Dietrich, die federführend an der Einführung des Qualitätsmanagementsystems in Bad Laasphe beteiligt waren. In Bad Laasphe hat man sich bei der Umsetzung des Qualitätsmanagement für das Modul Sanitätsdienst entschieden, da dies die Hauptaufgabe des DRK in Bad Laasphe darstellt.
Bei herrlichem Wetter konnten am Freitag der Landesrotkreuzleiter Heinz-Wilhelm Upphoff und der Leiter der Servicestelle Ehrenamt beim DRK Landesverband Westfalen-Lippe, Volker Schmid das Zertifikat an den Vorsitzenden des Bad Laaspher DRK, Fritz Bosch und an Rotkreuzleiter Marco Klein übergeben. Dabei machte Heinz-Wilhelm Upphoff auch noch einmal deutlich: „Die große Botschaft muss hier sein, Ehrenamt und Hauptamt auf eine Linie zu bringen. Der Patient macht keinen Unterschied, ob ein Rettungsteam hauptamtlich oder ehrenamtlich ist“. Für die Kameraden in Bad Laasphe ist diese Zertifizierung jetzt aber keinesfalls das Ende der Arbeit: In zwei Jahren steht die Überprüfung der Effektivität erneut an.
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